Schlagkräftig gegen Schlaganfall

Eine schlagkräftige Aktion sorgte am Sonnabend für Aufsehen: Mit der Band "Samba das Salinas" zogen Ärzte der Neurologischen Klinik am Klinikum, Krankenschwestern und -pfleger sowie Vertreter der Rettungsdienste von ASB und DRK durch die Innenstadt und verteilten Faltblätter mit Infos zu Symptomen des Schlaganfalls. "Wir wollen Menschen dazu bewegen, dass Patienten oder deren Angehörige bei Symptomen sofort den Notruf 112 wählen", sagte Prof. Henning Henningsen, Chefarzt der Neurologie. 1500 Faltblätter wurden verteilt, "es gab tolle Reaktionen von den Bürgern", freut sich Carsten Junge, Vorstandsstab der Sparkasse.

Es war der Auftakt einer Info-Kampagne rund ums Jahr, die Prof. Dr. Henningsen federführend initiert hatte und die mit der Sparkasse und der LZ umgesetzt wird. Warnzeichen eines Schlaganfalls bekannt machen und für eine schnelle Einweisung in Kliniken werben, ist das Ziel. Denn schnelles Handeln entscheidet über die Heilungschancen. Das hat Manfred C. erlebt, der mit Ehefrau Helga zum Heine-Haus - Start der Aktion - gekommen war, nachdem das Ehepaar von der Info-Kampagne in der LZ gelesen hatte. "Gut, dass aufgeklärt wird. Es zählt jede Minute und es kommt aufs schnelle Reagieren an", weiß Helga C. nur zu gut. Ihr Mann hatte vor fünf Jahren und noch einmal vor eineinhalb Jahren einen schweren Schlaganfall mit Symptomen wie Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Ohnmacht. Die Ehefrau rief sofort den Rettungsdienst, "innerhalb von fünf Minuten waren die da und brachten meinen Mann auf die Stroke Unit im Klinikum". Am Ende einer langen Behandlung auch in der Uniklinik Göttingen sowie der Reha "sind keine sichtbaren Schäden zurückgeblieben". Bei dem Umzug durch die Straßen verteilte unter anderem Kai-Uwe Tesch, Oberarzt in der Neurologischen Klinik, Faltblätter und sprach auch Bürger gezielt an. Darunter Björn Vogt (23), der eine Raucherpause vor seiner Arbeitsstelle einlegte. Rauchen, Bluthochdruck, zu hohe Blutfette und Diabetes, das sind Risikofaktoren für Schlaganfall, erläuterte der Arzt. Vogt weiß das: "Im Moment bin ich dabei, weiter abzunehmen" - und vielleicht schaffe er es auch noch, vom Glimmstängel zu lassen. Tesch zeigte auf die Liste der Symptome, "wenn was ist, sofort in die Klinik", appellierte er. Rund 800 Patienten werden auf der Stroke Unit - Spezialeinheit für Schlaganfall - jedes Jahr behandelt. Nach Aufklärungsaktionen am jährlichen Tag des Schlaganfalls reagieren Patienten schneller, aber nach drei Monaten ging der Anteil stets rapide zurück. Deshalb soll die Trommel nun ein Jahr gerührt werden. Vor Spätdienst-Antritt brachten auch die Krankenschwestern Jennifer Becker, Marlene Sokoll und Krankenpfleger Timo Dobs Faltblätter an den Bürger wie auch DRK-Rettungsdienstleiter Jörg Schrader. Er sagte: "Wenn man das Zeitfenster einhält, kann die moderne Medizin viel machen. Deshalb bei Symptomen schnell 112 wählen." Diesem Appell schließen sich auch ASB-Rettungsassistent Olaf Kassner und Kollegen an, die ebenfalls ehrenamtlich mitmachten: "Die Notrufnummer 112 geht immer, auch wenn nichts mehr auf der Prepaidkarte ist oder das Handy gesperrt ist."

Quelle: Landeszeitung

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